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»BASISTRAINING LERNEN«

Mit dem Projekt: "Basistraining Lernen" stellen Ihnen "Die Kopfpiloten" einen Ansatz zur Förderung der Lernkompetenz Ihrer Schülerinnen und Schüler vor. Darüber hinaus werden auch die Lehrer/-innen neue Erfahrungen im Hinblick auf ihr Lehrverhalten machen dürfen. Das Projekt wird in der Schule durch die Lehrer/-innen durchgeführt. Die unten stehenden Informationen sollen Ihnen einen ersten Einblick in die theoretischen Grundlagen und die praktische Durchführung dieses Projektes vermitteln.

1. Bedeutet das Basistraining Lernen Lerntherapie in der Schule?

Ja, und nein. Mit der Durchführung des Basistrainings Lernen bieten Sie keine Lerntherapie für Ihre Schülerinnen und Schüler an. Sie profitieren jedoch von unserer lerntherapeutischen Erfahrung und Kompetenz, erhalten bessere Einblicke in das individuelle Lernverhalten Ihrer Schüler, können Fehlentwicklungen gezielter vorbeugen und gewinnen an pädagogischer Kompetenz.

Nicht erst seit den PISA- oder ähnlich gelagerten Studien rückt der Lernprozess der Schüler immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. Der Aufbau einer adäquaten Problemlösungskompetenz sowie die Fähigkeit, das eigene Lernen bewusst zu gestalten, sind gefordert.

Dem steht der Auftrag an die Schule, möglichst viel konkretes Wissen zu vermitteln, gegenüber. Bedingt durch sehr umfangreiche Lehrpläne, immer größere Klassen und (soziale) Auffälligkeiten einer immer größeren Anzahl von Schülerinnen und Schülern gestaltet sich das Unterrichtsgeschehen in vielen Schulen in erster Linie ergebnisorientiert.

Die Diskrepanz, die sich hier zwangsläufig ergibt, ist bereits von vielen Lehrerinnen und Lehrern als solche erkannt worden. Trotzdem gestaltet sich die Entwicklung einer adäquaten Reaktion darauf vielerorts außergewöhnlich schwierig.

Dies liegt aus unserer Sicht sowohl in den Grundfertigkeiten begründet, die die Schülerinnen und Schüler in unserer heutigen Gesellschaft zum selbstgesteuerten Lernen mitbringen, als auch zum Teil im Unterrichtsgeschehen an sich. Die Ursachen hierfür sind vielfältig, von der Qualität der universitären Ausbildung über die Strukturen, in denen Unterricht stattfindet, bis hin zur persönlichen Qualifikation des Lehrpersonals.

2. Die Grundfertigkeiten des Lernens

Viele Kinder wachsen heute in einer Welt auf, in der der Lernprozess nicht mehr durch eine aktive Auseinandersetzung mit der Umwelt stattfindet. Kinder, die einen Großteil ihrer Zeit vor dem Computer oder dem Fernseher verbringen, leben weitgehend isoliert von der sie umgebenden Welt. Viele Ereignisse finden außerhalb eines sozialen Kontextes statt, so dass sich Erlebtes nur bedingt in das reale Leben transferieren lässt. Die neurologische Forschung der jüngeren Zeit belegt jedoch eindeutig, dass erst durch den Transfer, durch das sinngebende Lernen einer Fähigkeit eine neuronale Vernetzung, also ein Erkenntnisgewinn, stattfindet.

Ein Kind, das mit einer Schnecke spielt, sie füttert, sie über die nackte Haut kriechen lässt, und schließlich aufgefordert wird, die Schnecke wieder in die Freiheit zu entlassen, lernt mehr, vielschichtiger und nachhaltiger, als eines, das sich einen Film über Schnecken in der Sendung mit der Maus anschaut. Dieses Lernen basiert auf unterschiedlichsten Erfahrungen, die direkt in der Lernsituation gemacht und mit anderen Erfahrungen abgeglichen werden können.

Wenn ein Kind seine Lernerfahrungen hingegen isoliert von der Umwelt macht, wird es spätestens beim Abgleich dieser Erfahrungen mit seiner Umwelt scheitern. Die Kinder erkennen, dass sie mit den erworbenen Kompetenzen nicht weiterkommen. In expliziten (schulischen) Lernsituationen fehlt ihnen die Kompetenz, die an sie gestelltem Anforderungen in ihren Erfahrungshorizont einzuordnen. Sie erleben schulisches Lernen als etwas, dem sie ausgesetzt sind, ohne das Gefühl zu haben, sich aktiv und (für sie) gewinnbringend teilhaben zu können.

Von diesen Schülern sind viele Lehrer/-innen täglich umgeben, den Störern und Klassenclowns, die sich aggressiv um Selbstbestätigung bemühen, den Träumern und scheinbaren "Versagern", die sich zurückziehen und auf das Wunder der Lernkompetenz hoffen.

Hier setzt das Projekt "Basistraining Lernen" an. Es wird ein Raum geschaffen, in dem der Lernprozess anstelle des fachlichen Ergebnisses im Vordergrund steht. Gemeinsam mit ihren Lehrerinnen und Lehrern machen die Schüler die Erfahrung, wie sich Lernen "anfühlt", welche unterschiedlichen Arten von Lernen es gibt und in welchen Situationen sie nützlich oder hinderlich sein können. Eigene Handlungsmuster treten deutlicher zu Tage und können bewusster eingesetzt oder auch vermieden werden.

Wie das konkret im Basistraining Lernen realisiert wird, ist den folgenden Abschnitten zu entnehmen.

3. Der "ergebnisorientierte" Unterricht

Wie bereits erwähnt, liegen die Schwierigkeiten sowohl in den "mitgebrachten" Lernkompetenzen der Schüler/-innen als auch z.T. im Unterricht selbst, und damit bei den Lehrern/-innen, begründet.

Gefordert, den Unterrichtsablauf zielgerichtet zu steuern, werden Sie ihre Schüler/-innen in bestimmten Situationen selektiv auswählen, z.B. "Max weiß das bestimmt nicht, also nehme ich lieber Caroline dran, die kennt die richtige Antwort."

Ein derartiges Vorgehen ist durchaus legitim, soll doch das Ergebnis der Stunde gesichert werden. Diese Selektionen finden jedoch nicht nur bewusst, sondern auch unterschwellig statt. Einige Lehrer/-innen unterrichten automatisch mehr die rechte Hälfte ihrer Klasse (ihre Schokoladenseite), andere wenden sich unbewusst von den Sitzbänken ab, in deren Nähe die aus ihrer Einschätzung größten "Quälgeister" sitzen.

Anweisungen werden gerne doppelt gegeben, damit auch wirklich alle Schüler/-innen verstehen, was zu bearbeiten ist. Die mangelnde Kompetenz vieler Klassen, z.B. im sinnentnehmenden Lesen, wird schon präventiv durch genaues Erklären der Leseinhalte kompensiert.

Dieses Verhalten ist, diktiert durch den Ansatz der Ergebnisorientierung, nachvollziehbar und erscheint oft als der einzig gangbare Weg.

Das Basistraining Lernen schafft für die Schüler/-innen und Lehrkräfte Freiräume. Dadurch, dass das gängige System der Meldung der Schüler/-innen durch ein Nummernsystem ersetzt wird, entfällt der Druck der Steuerung des Lerngeschehens.

Die Lehrkraft wird vom "Dompteur" zum Begleiter des Lernprozesses. Fehler gehören zum unvermeidbaren Unterrichtsgeschehen und können als solche betrachtet und gewertet werden.

Den Schülern/-innen wird im positiven Sinne die Möglichkeit genommen, sich dem Unterricht zu entziehen. Jede(r) kann jederzeit aufgerufen werden, jede Frage wird allen Schülern gestellt und von allen durch aktives Mitdenken beantwortet. Somit treten die Fragen bzgl. des Lernprozesses in den Vordergrund: - Wie bist du auf die Lösung gekommen? - Was hast du gerade anders gemacht als zuvor? - Wie hast du dich bei der Aufgabe gefühlt? - Wo handelst du ähnlich?

4. Eine Stunde täglich: Lernkompetenz statt Fachunterricht

Das Basistraining Lernen ist so konzipiert, dass es in jeder Schulform, beginnend ab der dritten Grundschulkasse, durchgeführt werden kann. Es wird von jeweils zwei bis drei Fachlehrern/-innen der Klasse realisiert und ersetzt über einen Zeitraum von ca. 20 Wochen eine Fachstunde täglich.

Die Erfahrung aus den bisher realisierten Projekten zeigt, dass die Schüler/-innen über die Steigerung ihrer Lernkompetenz in der Lage sind, den scheinbar versäumten Stoff des auf eine vollkommen andere Art und Weise gestalteten und am Fachwissen ausgerichteten Fachunterrichts innerhalb kurzer Zeit zu kompensieren.

Wie bereits erwähnt, fokussiert das Basistraining Lernen auf den Lernprozess der Schüler/-innen sowie auf das Unterrichtsverhalten der Lehrer/-innen. Inhaltlich ist es auf schulische Kernkompetenzen ausgerichtet, die für ein erfolgreiches Schülerleben unabdingbar sind. Das Basistraining Lernen umfasst:

  • Das Training des sinnentnehmenden Lesens

  • Die Automatisierung des 1x1 / Die Analyse und Erarbeitung von Textaufgaben

  • Das Training regelkonformer Schreibkompetenz

  • Das Training handlungsorientierten Vorgehens

Die Materialien für dieses Projekt wurden ursprünglich durch das MEMORY-Institut für den Einsatz in der Lerntherapie entwickelt und werden den Schulen als Material-CD angeboten. Die Materialien werden je nach Zielgruppe ausgewählt und ggf. angepasst.

5. Die fachliche Seite des Basistrainings Lernen

Die Auswahl der fachlichen Inhalte des Basistrainings Lernen orientiert sich eng an den sowohl in den Grund- als auch in den weiterführenden Schulen am häufigsten beklagten Kompetenzmängeln. Der Einsatz der Materialien erfolgt in enger Abstimmung mit den Lehrerinnen und Lehrern. Das Ziel bleibt es stets, die Anforderungen so zu stellen, dass die Schüler/-innen eine Stärkung ihres Selbstwertgefühls erfahren: "Das kann ich schon!"

Sinnentnehmendes Lesen (10 Minuten täglich)
Das sinnentnehmende Lesen gehört zu den Schlüsselqualifikationen, die Schüler/-innen zu erwerben haben. Schwächen in diesem Bereich lähmen oft das gesamte Unterrichtsgesche-hen und hindern daran, erfolgreich Aufgabenstellungen nachzuvollziehen und zu bearbeiten.

Ein Satz pro Tag (10 Minuten täglich)
Durch das ritualisierte Vorgehen, das Silben zählen, Analysieren und Schreiben eines Satzes erleben die Schüler und Schülerinnen täglich eine Bestätigung ihrer Rechtschreibkompetenz. Das Übertragen von Regeln in das aktuelle Handeln und das Fokussieren auf den Prozess der Eigenkontrolle stärkt das Selbstvertrauen und fördert die Kompetenz zum planvoll – strukturierten Arbeiten.

Automatisierung des 1x1 / Textaufgaben (10 Minuten täglich)
Durch die mangelnde Automatisierung einfachster Rechenprozesse verlieren Schüler/-innen (und Lehrer/-innen) sowohl Zeit als auch Energien, die zur Bewältigung komplexerer Aufgabenstellungen benutzt werden könnten. Neben der grundsätzlichen Lernerfahrung, dass es automatisiertes Wissen und Handeln gibt und dass es sich erwerben und trainieren lässt, steht also auch hier eine der Schlüsselqualifikationen im Zentrum der fachlichen Inhalte. Nach einer mehrwöchigen Phase wird das 1x1 – Training durch das Textaufgabentraining abgelöst. Hier ergibt sich der Synergieeffekt aus dem sinnentnehmenden Lesen und dem Rechentraining. Der Erkenntnis sichernde Transfer des Gelernten wird so gefördert.

Anleitungen verstehen / Sprachverständnis (10 Minuten täglich)
Durch die besondere Struktur der eingesetzten Materialien wird in diesem Teil der Stunde eine Vielzahl von Fähigkeiten trainiert, die für einen gelungenen Lernprozess grundlegend sind. Hierzu zählen das praktische Umsetzen von Handlungsanweisungen, das Versprachlichen von Bildern, die Raumorientierung, das Training der Formkonstanz, das sinnentnehmende Lesen sowie die Rechtschreibübung. Mit dem Voranschreiten des Projektes soll dieser Teil der Förderstunde einen immer größeren Anteil erhalten.

6. Rahmenbedingungen des Basistrainings Lernen

Die Durchführung des Basistrainings Lernen beginnt mit einer intensiven eintägigen Einführungsveranstaltung (max. 15 Lehrer/-innen pro Gruppe) an Ihrer Schule. Die teilnehmenden Lehrer/-innen erhalten eine umfassende theoretische und praktische Einführung in das Konzept sowie der pädagogischen Grundlagen.

Im Vorfeld des eher theoretisch orientierten Teils der Weiterbildung wird das Basistraining Lernen entsprechend der individuellen Vereinbarung zwischen "Die Kopfpiloten" und der jeweiligen Schule auch praktisch zur Beobachtung für das Kollegium durchgeführt. Somit wird eine Verbindung zwischen Theorie und Praxis sichergestellt. Nach der eintägigen Weiterbildung sowie einer i.d.R. zweistündigen Auftaktveranstaltung direkt vor dem Start des Projektes in der Schule ist das Kollegium grundsätzlich in der Lage, das Basistraining Lernen selbstständig durchzuführen.

Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen jedoch, dass eine weitergehende Betreuung und Beratung im Zuge der Umsetzung des Projektes, insbesondere auch im Hinblick auf die Integration in ein Schulprofil, sinnvoll ist. Deshalb bieten "Die Kopfpiloten" diese Weiterbildung grundsätzlich nur mit einem anschließenden Coaching für die Lehrer/-innen, die das Projekt durchführen, an. Über den Umfang dieser Leistungen wird eine gesonderte Vereinbarung geschlossen.

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